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Alle Lebenserfahrungen hinterlassen Spuren in unserem Körper. Selbst, wenn wir an vergangene psychische oder körperliche Verletzungen längst nicht mehr denken, erinnert sich der Körper noch: er hat sie im vegetativen Nervensystem gespeichert und in der Folge eine 'Schutzhaltung' aufgebaut. Die Schutzhaltungen waren vor allem in der Kindheit lebensnotwendig; sie schränken den Empfindungs- und Handlungsspielraum des Erwachsenen jedoch ein und hindern ihn, die eigenen kreativen Möglichkeiten im Umgang mit der Alltagswelt vollständig auszuschöpfen.
Die künstlerisch-therapeutische Arbeit wendet sich direkt an dieses in uns allen vorhandene kreative Lebenspotential, an den freien inneren Raum, aus dem geistesgegenwärtiges, individuelles Handeln möglich wird. An diesem Wochenende wollen wir mit Hilfe des prozessorientierten Malens mit Aquarellfarben und farbigen Stiften in einen seelischen Atmungsprozess eintauchen, der chronisch fixierte Haltungen lösen, die eigene körperliche und seelische Wahrnehmung erweitern und mit der Ausdehnung des eigenen Strömens vom Zentrum her zu einer vertieften kontaktvollen Begegnung führen kann. Körperorientierte Bewegungsübungen initiieren und unterstützen diesen Prozess. Sie bilden die Grundlage für den eigenen freien seelischen Ausdruck. Künstlerische Vorerfahrungen sind nicht erforderlich. Der Mut, etwas Neues zu wagen sollte auf jeden Fall mitgebracht werden!
Seminarleitung: Regula Rickert
Die Seminare können einzeln besucht werden. Die Teilnahme an einem Seminar
ist Voraussetzung für die im Frühjahr jeden Jahres beginnende berufsbegleitende
Weiterbildung
in Körperorientierter Kunsttherapie , dem Grundstudium im Studiengang
Kunsttherapie.
Kosten pro Seminar Euro 220,-.
Eine in unserer Gesellschaft und bei unseren Klienten zunehmende Haltlosigkeit
und Bindungsunfähigkeit in menschlichen Beziehungen weist auf unerfüllte
Erlebnisse in der pränatalen und symbiotischen Phase der ganz frühen
Kindheit hin, auf deren Grundlage das Ich als ordnende innere Instanz für
die Umsetzung der aus der Körpermitte kommenden primären Impulse
in selbständige Handlungsimpulse sorgt. Der frühkindliche Körperkontakt
mit der Mutter, aber auch das Berühren und Be-Greifen der uns umgebenden
materiellen Welt bilden die Grundlage für das Gefühl der existentiellen
Sicherheit und Nähe, aus der später wandlungsfähige, kreative
Handlungsimpulse erwachsen.
Bewegungs-, Wahrnehmungs- und Berührungsübungen aus der Körperpsychotherapie
bringen uns mit den im vegetativen Nervensystem festgehaltenen chronisch
fixierten Haltungen und dem darunterliegenden primären Strömen
in Kontakt. Der gestaltende Umgang mit Töpferton, die tastende
und bildschaffende Arbeit unserer Hände am Ton und unser Berührungsausdruck
im "strömenden Theater" vertiefen den uns zur Verfügung stehenden
Empfindungs- und Handlungsraum.