![]()
Alle Lebenserfahrungen hinterlassen Spuren in unserem Körper. Selbst, wenn wir an vergangene psychische oder körperliche Verletzungen längst nicht mehr denken, erinnert sich der Körper noch: er hat sie im vegetativen Nervensystem gespeichert und in der Folge eine 'Schutzhaltung' aufgebaut. Die Schutzhaltungen waren vor allem in der Kindheit lebensnotwendig; sie schränken den Empfindungs- und Handlungsspielraum des Erwachsenen jedoch ein und hindern ihn, die eigenen kreativen Möglichkeiten im Umgang mit der Alltagswelt vollständig auszuschöpfen.
Die künstlerisch-therapeutische Arbeit wendet sich direkt
an dieses in uns allen vorhandene kreative Lebenspotential, an den freien
inneren Raum, aus dem geistesgegenwärtiges, individuelles Handeln
möglich wird. An diesem Wochenende wollen wir mit Hilfe des prozessorientierten
Malens mit Aquarellfarben und farbigen Stiften in einen
seelischen Atmungsprozess
eintauchen, der chronisch fixierte Haltungen lösen, die eigene
körperliche
und seelische Wahrnehmung erweitern und mit der Ausdehnung des eigenen
Strömens vom Zentrum her zu einer vertieften kontaktvollen
Begegnung
führen kann. Körperorientierte Bewegungsübungen
initiieren und unterstützen
diesen Prozess. Sie bilden die Grundlage für den eigenen freien
seelischen Ausdruck. Künstlerische Vorerfahrungen sind nicht
erforderlich. Der Mut, etwas Neues zu wagen sollte auf jeden Fall
mitgebracht werden!
Für Lehrerinnen und Lehrer wird auf die Anwendbarkeit nonverbaler Kommunikation im Rahmen des Unterrichts eingegangen.
Seminarleitung:
Regula Rickert
Die Seminare können einzeln besucht werden. Die Teilnahme an einem Seminar
ist Voraussetzung für die im Frühjahr jeden Jahres beginnende berufsbegleitende
Weiterbildung
in Körperorientierter Kunsttherapie , dem Grundstudium im Studiengang
Kunsttherapie.
Kosten pro Seminar Euro 260,- / 220,-für Frühbucher bis 4
Wochen vor Seminarbeginn. Die Anmeldefrist endet jeweils 10 Tage vor
Beginn eines Seminars.
Der Ärzte-Kurs Kunsttherapie 4./5.12. 2009 in Kassel
-Die Akkreditierung
bei der Landesärztekammer Hessen ist bewilligt.-
Das
Empfinden für den Wert der eigenen Existenz und die
Kreativität eines Menschen sind nach Winnicott (1974) identisch.
In der Kunsttherapie erschafft sich der Patient seine eigene Welt, in
welcher er sich im kreativen Prozess spiegelt. Es entsteht ein
nonverbaler "Möglichkeitsraum" (potential space), in dem sich die
Patientin neu erfinden kann. In den Kliniken hat die Kunsttherapie
schon lange einen festen Platz im Therapieangebot. In der ambulanten
Praxis ist sie erst seit 2005 von Krankenkassen anerkannt, wird aber
aus Unkenntnis von Ärzten zu selten verschrieben.
Folgende Themen werden im Seminar behandelt: Der bildnerische Zugang
zum Unbewussten, allgemeine und krankheitsspezifische Indikationen,
Geschichte der Kunsttherapie, der Behandlungsrahmen einer alleinigen
oder parallel laufenden Kunsttherapie, die Verordnung von KT im
Gkv-System und im Heilmittelbuget, Unterschiede und Gemeinsamkeiten
tiefenpsychologischer und anthroposophischer KT, sinnvolle Verordnungen
im Rahmen der allgemeinärztlichenm psychosomatischen und
psychiatrischen Behandlung, Im Seminar wird die Theorie im Wechsel mit
einer praktischen kunsttherapeutischen Selbsterfahrung vermittelt.
Die Seminare sind Einzelseminare. Sie beginnen jeweils am Freitag um 19 Uhr und enden am Samstag gegen 17.30 Uhr. Die Kosten betragen 210,- Euro pro Seminar. Das Seminar umfasst 10 Seminarstd. von 45 Min..
Seminarleitung: Dr.med. Jürgen Otto, Facharzt für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie
Regula Rickert, Dipl. Kunsttherapeutin (DGKT,
EAP)
Eine in unserer Gesellschaft und bei unseren Klienten zunehmende Haltlosigkeit
und Bindungsunfähigkeit in menschlichen Beziehungen weist auf unerfüllte
Erlebnisse in der pränatalen und symbiotischen Phase der ganz frühen
Kindheit hin, auf deren Grundlage das Ich als ordnende innere Instanz für
die Umsetzung der aus der Körpermitte kommenden primären Impulse
in selbständige Handlungsimpulse sorgt. Der frühkindliche Körperkontakt
mit der Mutter, aber auch das Berühren und Be-Greifen der uns umgebenden
materiellen Welt bilden die Grundlage für das Gefühl der existentiellen
Sicherheit und Nähe, aus der später wandlungsfähige, kreative
Handlungsimpulse erwachsen.
Bewegungs-, Wahrnehmungs- und Berührungsübungen aus der Körperpsychotherapie
bringen uns mit den im vegetativen Nervensystem festgehaltenen chronisch
fixierten Haltungen und dem darunterliegenden primären Strömen
in Kontakt. Der gestaltende Umgang mit Töpferton, die tastende
und bildschaffende Arbeit unserer Hände am Ton und unser Berührungsausdruck
im "strömenden Theater" vertiefen den uns zur Verfügung stehenden
Empfindungs- und Handlungsraum.